Aus dem Album "Diamantentränen" von Silvan

1. Paul der Looser

Manche lesen Goethe, manche Schiller oder Böll,
and´re gehen jede Woche ins Konzert.
Ich lese überhaupt nix und die Oper lohnt sich nicht,
weil ich schlecht seh und meine Frau schlecht hört.

And´re heißen Simon, oder Patrick, oder Joe,
ich heiße Paul und das aus gutem Grund.
Ich hab´ne Anzeige am Hals wegen viel zu lautem Bell´n.
Dabei besitz ich doch noch nicht mal einen Hund

Wenn´s doch auf der Welt noch mehr so Looser gäb wie mich,
kein Neid und keine Eifersucht und keiner verliert das Gesicht,
ich würde allen Vorfahrt geben, denn ich häng´ an meinem Leben, falls ihr dass versteht,
ich komme gern auch mal lieber zehn Minuten zu spät.

Ich kenne meine Grenzen und die sind ziemlich eng,
ehrlich gesagt, seh´ ich das positiv.
Betrügen macht nur Stress, deshalb hab´ ich mich auch noch nie
in eine and´re Frau verliebt.

Ich steh` immer im Regen, selbst wenn die Sonne scheint,
kein Blumentopf der meinen Kopf verfehlt,
im Himmel ist ein Loch und ich steh´ direkt darunter,
weiß nich´ warum der liebe Gott mich so quält.

Wenn´s doch auf der Welt, noch mehr so Looser gäb wie mich ...

Ich stehe auf der Kreuzung und alles hupt um mich herum,

die Leute sehen heute aber komisch aus.
Alle reden nur von Krise, ich kämpf´mit meinem Kofferraum
und hol erst mal den Liegestuhl raus.

Ich zieh mir nix vom Spiegel, ich rauch kein fettes Gras
ich bin natur-stoned und ich fühl mich natur-gut.
Jetzt häng´ ich hier im Liegestuhl und begreife nicht,
warum´s um mich herum noch immer hupt.

Wenn´s doch in der Welt noch mehr so Looser gäb wie mich ...


2. Diamantentränen    

Deine blassen Lippen zittern,
süße Worte,die verbittern.

Deine Blicke sagen mir,
irgend etwas stimmt nicht hier.
Du siehst mich an, du sprichst mit mir,
doch deine Stimme klingt verwirrt.

Die Schatten unter deinen Augen
lassen mich nicht gerade glauben,
du hättest die letzte Nacht
so wie ich allein verbracht.
Die Nacht verblüht wie eine schwarze Orchidee,
die gerad´ stirbt.

Und immer dann , denk ich an dich,
denk ich an dich und deine Diamantentränen.
ich bin verlor´n  in einem Meer,
in einem Meer aus deinen Diamantentränen,
wenn es regnet in Paris.

Wir haben uns doch vorgestellt,
wir beide erobern die Welt.

Doch bereits nach einem Jahr
ist das alles nicht mehr wahr.
Ich frage mich mein ganzes Leben lang,
wie konnte das passieren.

Hätt´ ich wirklich wissen müssen,
dass nach solchen heißen Küssen
plötzlich alles nicht mehr stimmt,
ein anderer Mann dich gewinnt.
Diamanten fall´n aus deinen Augen,
so wie Tränen, die gefrier´n.

Und immer dann , denk ich an dich …

Was ist gescheh´n, ich weiß es nicht,
ein Gemälde dein Gesicht,
tödlicher Schmerz, Erinnerung,
bitte sag´ mir doch warum.
Was mach ich eigentlich in einer fremden Bar alleine in Paris.

Deine Diamantentränen
was bleibt übrig zu erwähn´n?
Ich fahr´ nicht heim, ich bleibe hier,

ich habe kein Zuhause mehr,
ich spüre fast verrückt vor Schmerz,
dass ich dich immer noch vermiss´

Und immer dann , denk ich an Dich …



3. Die coole Frau aus Rio de Janeiro

 
Was sie macht, wenn sie lacht,
sich bewegt, wie sie geht,
wenn du sie fragst, wie sie das macht
und sie dann sagt "das ist nur so",
das kann nur eine wirklich so,
das is` die coole Frau aus Rio de Janeiro.

Nichts gewusst groß von ihr,

seh mich bewusstlos an ihr,
diese eiskalte Eleganz
und ein Gang wie Walzertanz.
Verbleiben wir doch einmal so,
das ist die coole Frau aus Rio de Janeiro.

Habt ihr sie heute schon geseh´n,

sie ist nicht nur einfach schön,
sondern sie hat auch noch Stil
und davon obendrein sehr viel.
Mein Herz brennt lichterloh
für die coole Frau aus Rio de Janeiro.

Alle Männer steh´n auf sie,

sexuelle Energie
strömt aus allen ihren Por`n,
hat sie mich heut` auserkor`n?
Sie macht das immer so,
diese coole Frau aus Rio de Janeiro.

Ich sehe in ihr Gesicht
und verlier das Gleichgewicht,
ich hab´ es zu spät erkannt,
sie hat mich längst in ihrer Hand.
Das schafft nur eine einfach so,
das ist die coole Frau aus Rio de Janeiro.

Doch wenn du willst, dass ich will,
könnt` ich wollen, dass ich will,
wenn wir beide wollten, dass wir wollen,
wär` das nicht ein "thrill".
Komm endlich her, ich will dich so,
du bist die coole Frau aus Rio de Janeiro.

Steh`n die Zeichen heut` auf Sieg?
fühlt sie, dass ich auf sie flieg´?
Vielleicht lacht sie mich heut` an?
Bin ich heute Nacht ihr Mann?
Mein Herz brennt lichterloh
für die coole Frau aus Rio de Janeiro.

Spürt sie dasselbe, was ich spür

oder spielt sie nur mit mir?
Schlägt ihr Herz genau wie meins

oder hat sie etwa keins?
Ich gehe endgültig k.o .vor der coolen Frau aus Rio de Janeiro.

Nur noch ein Kuss, der uns trennt,
in der Luft, die verbrennt.
Noch nie war ich ihr so nah.
Es ist kein Traum mehr, es ist wahr.
Komm endlich her, ich will dich so,
du bist die coole Frau aus Rio de Janeiro.

Alles klar, du bist da,

im Nu entdeck ich dein Tattoo.
Was ich da sah? Ein rotes Herz
und darunter „I love you“.
Das gilt nicht mir, das ist nur so,
das ist die coole Frau aus Rio de Janeiro.

Habt ihr sie heute schon geseh´n …


4. Immer wenn wir kommen

Wo sind die Gedanken, wenn keiner sie mehr denkt.

Wo verstecken sich die Flammen, wenn es nicht mehr brennt ?
Wir haben uns gefunden, doch nie wirklich gesucht.
Ich bin verlor`n in dir, verschwunden und noch immer auf der Flucht.
Deine Stimme klingt so heiser, als ob Seide zerreißt,
macht uns Liebe wirklich weiser, ist es das, was du nicht weißt?
Tausend ungestellte Fragen in diesem engen Zimmer
müssen Antworten ertragen, oder ist es wie auch immer...

- wenn wir kommen
verglüht ein Stern.
Immer wenn wir kommen
hör´n wir Schreie von fern.
Immer wenn wir kommen
bleibt die Welt ganz kurz steh`n.
Immer wenn wir kommen
können wir den Tod seh´n.

Ist das All wirklich unendlich, gibt es wirklich kein Zurück?
Deine Augen glüh`n unmenschlich, du schmilzt Eis mit einem Blick.
Wir liegen nächtelang und reden, ich verliere den Verstand
und wir sehnen uns nach Regen, uns´re Herzen sind verbrannt.
Ich will weg von dir und bleibe, du willst bleiben und rennst fort.
Willst du mit Lust unter mir leiden, ganz egal an welchem Ort?
Lohnt es sich weiter zu hoffen? Es ist traurig, es ist schön.
Wir sind zu allem fest entschlossen, immer wenn wir geh´n.

Immer wenn wir kommen…


5. Das hab´n wir nicht gewusst

Hab ihr schon darüber nachgedacht, ob das alles so richtig ist,
was die Mächtigen dieser Welt tun:

Korrupte Politiker und Selbstmordattentäter,
gelernte Hysteriker, zu viele dumme Väter.
Dass alle Moslems böse sind, ja darauf einen Tusch,
sind hirnverbrannte Hassparol´n, was ist denn da im „Bush“.
Die Welt ist schon ein Pulverfass, doch Bush lädt seinen Colt,
auf einmal fliegt es in die Luft, das hab´n wir nicht gewollt.

Und wenn die ganze Welt zusammenfällt
und keine Zeit mehr bleibt für einen letzten Kuss
und euer ganzes Geld die Welt nicht mehr zusammenhält,
erzählt uns nicht, das hab´n wir nicht gewusst.

Ob Jude, Moslem, Buddhist, ob Hindu, oder Christ,
habt ihr wirklich noch nicht gecheckt, wie egal das ist.
Ich bin weiß, du bist schwarz, ich bin gerade, du bist schwul
und wem das alles gleich ist, nur der is´ wirklich cool.
Mein Opa steht auf Techno und mein kleiner Sohn auf Punk
und wer daraus einen Krieg macht, ja der is´richtig krank!

Und wenn die ganze Welt zusammenfällt …

Wer noch ein Gewissen hat, der stellt sich hinten an,
wenn ihr das nicht begriffen habt, dann seht euch eure Kinder an.
Eure Kinder wollen leben, nicht nur kurz, ein Leben lang,
sie woll´n nicht nur ein bisschen Frieden, sondern viel und fragt nicht wann.
Die Zeit ist reif für Tacheles, was gibt´s zu diskutier´n,
wollt ihr lieber in der Hölle schmor´n oder gleich hier erfrier´n.

Und wenn die ganze Welt zusammenfällt …

Nur wenn die Welt irgendwann mal ihre Geduld verliert
und euch Lava hustet mitten ins Gesicht,
sie mit der Schulter zuckt und ihr das als Erdbeben spürt, erspart uns bitte:
das wussten wir doch nicht.



6. Ich glaube, es wird regnen


was wir gerne wären und was wir wirklich sind
ist wie der Unterschied zwischen Sturm und Wind

das, was wir so lieben, wir brauchen es so sehr
so leicht es zu erkennen, doch zu begreifen so schwer

ich kenne deine Liebe, will deine Zärtlichkeit
uns ist der Himmel nah und die Erde so weit

wir sind alle Verlierer, wenn die Liebe nicht mehr siegt
und das ganze Meer versiegt

das, was ich mal war und durch dich geworden bin
ist wie der Unterschied zwischen "Nichts" und "Sinn"

ich will mit dir leben, will dass du bei mir bleibst
und dass du mir dann und wann verzeihst

ich werd dich nicht belügen und stets hinter dir steh´n
und jeden Tag versuchen dich zu versteh´n

das, was wir gewinnen werden, wenn die Erde uns verzeiht,
ist ein Leben voller Liebe in Ewigkeit

das, was wir haben wollen, das was wir haben könn`n
ist wie der Unterschied zwischen "Blind-sein" und "Seh´n"

wir hab´n hier nichts zu suchen, denn es ist alles schon da
und nur in einer Welt von Träumern werden Träume wirklich wahr

dass alle Menschen Liebe brauchen, das müsst ihr doch kapier`n
und dass nur die, die lieben, keine Zeit verlier´n

ich glaube es wird regnen, tausend Jahre lang
und wir werden uns begegnen immer wieder irgendwann



7. Der tote Kommissar


Tag die Herr´n , ich hätte da mal was zu klär´n,
ich glaub´sie wissen schon, die Mordkommission.
Alle hier im Ort haben ein Alibi, nur nicht Sie.
Verkaufen Sie mich bitte nicht für allzu dumm,
ich glaub´ in Ihrem Keller liegt ´ne Leiche rum.
Sie wissen sicher doch bestimmt, warum es hier so stinkt.

Ich hab´ noch immer keinen Schimmer, wer hier eig´ntlich vermisst wird,
doch noch viel schlimmer ist, der Täter wurde noch nicht überführt.
Es steht auch gar nicht wirklich fest, ob wer ermordet worden ist,
doch um dem Schlimmsten vorzubeugen, suchen wir schon mal nach Zeugen.

Tag die Dam´n, ich hätte da mal was zu frag´n,
Ihnen ist ja wohl klar, ich bin der Kommissar,
den meisten Frauen steht die Unschuld im Gesicht, doch Ihn´n nicht.
Nein, es wurde bis jetzt noch niemand umgebracht,
aber das ist es ja, was mich stutzig macht,
doch sollte was passier´n wollt´ ich im Voraus schon mal recherchier´n.

Ich hab´ noch immer keine Ahnung von der Planung von ´nem Mord,
doch bringen Sie was in Erfahrung, bitte sag´n Sie mir sofort,
hör´n Sie Nachrichten und berichten mir bitte jeden Tag davon
und seh´n Sie fern, dann bitte gern Aktenzeichen XY.

Ich habe mich genug blamiert, weil nix passiert
hier in mei´m Revier, was kann denn ich dafür?
Mal sehen, was ich machen kann, ich glaub´, ich hab´ da schon ´nen Plan.
Ich nehme das jetzt lieber mal in meine Hand.
Stell´n Sie sich bitte mal dort an die Wand,
ha´m Sie Lust auf ein´n Kamillentee, dann tut´s vielleicht nicht ganz so weh.

Bitte nehm´n Sie´s nicht persönlich, für gewöhnlich mach ich so was nicht,
doch wenn hier nix passiert, dann is´so´n kleiner Mord nun mal meine Pflicht.
Doch die Kugel verfehlt ihn ganz knapp und prallt dann ab, so´n Missgeschick
und fliegt direkt in Richtung meine Stirn mit Karacho zurück.

Tag dem Herr´n, ich hätte da´n Mord zu klär´n,
was haben wir denn da, ´n toten Kommissar.
Nein, das mit dem Selbstmord glaub´ ich nie, ich glaub vielmehr, das war´n Sie.
Ganz unverdrossen hätte er auf Sie geschossen,
ich sag´s mal ganz knapp, das nehm´ ich Ihn´n nicht ab,
was ha´m Sie bloß im Hirn. Wie kommt die Kugel denn in seine Stirn?

Ich hab´ schon wirklich viel erlebt, doch was bei Ihnen hier abgeht,
ich formulier´es mal ganz spitz, das is´n richtig schlechter Witz.
Ich bin ja sonst wirklich umgänglich, doch ich wünsch´ Ihn´n lebenslänglich,
Sie haben einfach ganz eiskalt meinen Kollegen abgeknallt.


8. Sahara Blues (Berny`s Weg)

Mond über der Sahara, Wüstenlicht
wild schlagendes Herz, Staub im Gesicht
Rauch über den Dächern, dunkle Stadt
niemand kann jemals geben, was er nicht hat

doch wenn du nicht nach der Wahrheit suchst, hast du sie schon verlor´n
die Zeit verrinnt wie heißer Wüstensand
hat sich das Schicksal jemals schon auch gegen dich verschwor´n
hast du dich wirklich jemals selbst erkannt

Gefahr zieht durch die Straßen; nur keine Angst
doch verlange nie von dir, was du nicht kannst
ihr haltet euch vor ihm ab jetzt besser zurück
da ist plötzlich so was Seltsames in seinem Blick

aber wenn du wirklich wissen willst, wie´s tief in ihm aussieht
stell ihm keine Fragen, sieh ihm ins Gesicht
er wird dich niemals im Stich lassen, egal, was auch geschieht
die Nacht fürchtet nichts außer dem Morgenlicht

wie lang dauert eine Nacht im Orient,
wenn schon die Morgensonne den Tag verbrennt
nichts wird jemals wieder so, wie es mal war,
auch wenn ihr ´s nicht glauben wollt, er ist bald wieder da

aber wenn du wirklich wissen willst, wie´s tief in ihm aussieht
stell ihm keine Fragen, sieh ihm ins Gesicht
er wird dich niemals im Stich lassen, egal, was auch geschieht
die Nacht fürchtet nichts außer dem Morgenlicht

doch wenn du nicht nach der Wahrheit suchst, hast du sie schon verlor´n
die Zeit verrinnt wie heißer Wüstensand
hat sich das Schicksal jemals schon auch gegen dich verschwor´n
hast du dich selbst wirklich jemals erkannt


9. LAJÈRA AMOR MONSUN

dass nur wer wagt verliert, das haben wir kapiert
doch wir geben uns nicht geschlagen
die ganze Welt dreht sich im Kreis auch ohne euch
wir haben nachgedacht, dass hat uns drauf gebracht
ihr habt hier gar nichts mehr zu sagen
eure Ideen sind aus Eis und Eure Köpfe sind verseucht

Lajèra

wer hier die Vorfahrt hat sieht man am Chromsalat
und an dem größten Stern
ihr redet Blech und meint das sei Edelmetall
was wirklich wichtig ist, das habt ihr nie vermisst
ihr bleibt der Wahrheit lieber fern
wir seh´n euch zu bei eurem schrecklich tiefen Fall

Lajèra
Lajèra Amor Monsun

wir wollen, dass ihr dran denkt, uns wurde nichts geschenkt
und insbesondre nicht von euch
wie ihr ja wisst nimmt man von Fremden auch nichts an
ihr habt uns Quatsch erzählt und uns genug gequält
mit eurem vorgestrigen Zeug
ihr hasst euch selbst und fürchtet euch vorm schwarzen Mann

Lajèra Amor Monsun


10. Besessen

(ICH KANN DICH NICHT VERGESSEN)

Die Nacht war wild, der Morgen mild
und alles danach ein Albtraum.
Du hast gesiegt, ich bin verliebt,
doch dass du´s auch bist, glaub ich kaum.

Jetz` sitz ich, sehn` mich nach dir
in dem Café, wo wir uns trafen,
ich bleib` nich´ ruhig, ich dreh´ gleich durch,
warum muss ich mich so bestrafen.

Ich kann dich nicht vergessen
und ich hab´s auch gar nicht vor,
denn ich bin von dir besessen,
heute noch mehr als je zuvor.

Das wollt´ ich nicht, doch dein Gesicht
hat mir das Paradies versprochen,
die Nacht ging schnell, es wurde hell,
plötzlich hab´ ich nach dir gerochen.

Verlor´ne Zeit, ich tu´ mir leid,
weil das sonst keiner für mich macht,
das letzte Mal war eine Qual,
du bist gegang´n und hast gelacht.

Ich kann dich nicht vergessen

Ich wünschte mir, du wärst jetzt hier,
doch meine Angst ist riesengroß,
ich bin verletzt, doch säh´ ich dich jetzt,
ging´ es von vorne wieder los.

Die Tür geht auf, ich halt´s nicht aus.
Du kommst und leckst dir deine Lippen.
Ich bin so dumm, bring´ mich für dich um
und keiner kann es mir verbieten.

Ich kann dich nicht vergessen ...



11. ASCHE IN DEN WIND

Gina ging zu ihrem Lehrer, hatte ein Problem.
"Keine Zeit, komm morgen wieder.", so ließ er sie steh`n.
Dass sie verrückt ist, weiß hier jeder und sie kriegt`n Kind,
doch warum streut sie auf dem Schulhof Asche in den Wind.

Mathe ist heut` ausgefall´n, bei Hansen hat`s gebrannt,
daßss Gina Pyromanin ist, hat keiner hier geahnt.
Morgen früh Gedenkminute, Hansen ist verschwunden,
zum Abschied Hansen`s Liebesbriefe von Gina hübsch gebunden.

Die alte Sarah auf dem Dach züchtete weiße Tauben,
dass nur Blut und Federn übrig sind, wollte keiner glauben.
Der Hausmeister hasst solche Vögel, da war`s um sie gescheh`n.
Er tut mir fast ein bisschen leid, denn Sarah hat´s geseh`n.

Die Leute frieren heut` im Haus, der Hausmeister ist weg,
er ließ einfach die Heizung´n aus, liegt er wohl noch im Bett?
Nur Sarah ist`s ganz warm ums Herz, um die Füße und den Bauch,
denn aus ihrem Schornstein steigt dicker schwarzer Rauch.

Zwei kahlgeschor`ne Asoziale hatten einen Plan,
sie traten Moses` Laden ein und zündeten ihn an.
Seine Frau starb in den Flammen, man hört noch, wie sie schreit,
habt ihr euch wirklich eingebildet, dass Moses das verzeiht?

Die Kameraden sind ganz ratlos, vermissen Hans und Paul,
da glüht noch was in dem Kamin, ist da vielleicht was faul?
Und während noch gerätselt wird, wo die zwei wohl sind,
weht aus zwei Paar alten Springerstiefeln Asche in den Wind.



12. Regenbogentanz

schwarze Katzen streunen um die Häuser spät nach Mitternacht
endlich ist die Königin der Zärtlichkeit wieder erwacht
Blicke zucken durch die Nacht wie Blitze in der Dunkelheit
irrwitzige Lichtgestalten hab´n die Finsternis befreit

drum tanzt um euer Leben
und traut eEuren Augen nicht
wir schweben euch entgegen
gleiten durch Regenbogenlicht
wir träumen, wir träumen
vom pazifischen Ozean
und lächelnd verbeugen
wir uns vor zweitausendfünfhundert Jahr´n

und plötzlich schwebt alles was lebt zehn Zentimeter über´m Grund
wer lieben kann, kann fliegen und das Morgengrauen leuchtet bunt
wilde Engel tanzen in den Straßen bis der Tag anbricht
Träume schwer wir schwarzer Marmor verbrennen im Sternenlicht

der Wind schreit deinen Namen:
pazifischer Ozean
und hinterm Horizont bricht eine neue Ära an
wir fliegen, wir fliegen
durch Raum und durch Zeit
nichts wird mehr verschwiegen
es ist so weit

Echos hall´n durch´s Universum, alles hält den Atem an
wir haben uns´re Chance gehabt, noch immer ist sie nicht vertan
Stürme jagen durch das Weltall, schwarze Sonnen implodier´n
kein Präsident, nur Licht und Farbe werden bald die Welt regier´n

drum tanzt um euer Leben
und traut Euren Augen nicht
wir schweben euch entgegen
gleiten durch Regenbogenlicht
wir träumen, wir träumen
vom pazifischen Ozean
und lächelnd verbeugen
wir uns vor zweitausendfünfhundert Jahr´n